Reisewarnung oder Verkehrserziehung für langsam Verkehrende

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Reisewarnung für die Region Basel: Nach zahlreichen Berichten von Augenzeugen raten wir dringend davon ab, sich als einfacher Fussgänger oder Velofahrer in städtischen Bereichen aufzuhalten, insbesondere an Orten/Gebieten, die – wie auch immer – vom motorisierten Verkehr erreichbar sind. Vor allem auf Strassen, Trottoires und Fussgängerüberwegen mit/ohne Lichtsignal ist besondere Vorsicht geboten. Eltern wird dringend abgeraten, ihre Kinder mit/ohne Begleitung vor die Tür zu lassen.

Sollten Sie armer Hund zu dem bedauerlichen Personenkreis zählen, der per pedes unterwegs sein muss, dann nehmen Sie es locker und folgende Hinweise zu Herzen:

Verkehrserziehung für langsam Verkehrende
Denken Sie immer daran: Autofahrer haben es in der Regel sehr eilig und sind meist auch im Auftrag des Herrn unterwegs, sei es Arbeitgeber, Kirche, Kind oder Kegel. Hupe und Blaulicht verwenden die meisten nur deswegen nicht, um Energie zu sparen. Was ja letztlich auch in Ihrem Sinne sein dürfte.

Strassenüberquerung:
Achten Sie, vor allem dann, wenn Ihr Lichtsignal grün zeigt, auf abbiegende Autofahrer. Auch diese Autofahrer haben grün, meist noch einen weiten Weg vor sich und wollen schliesslich auch mal ans Ziel kommen. Am besten vergessen Sie also ihren Vortritt. Wenn die Boliden irgendwie noch schnell vor ihnen abbiegen könnten, werden sie das auch versuchen. In dem Fall bleiben Sie bitte locker: So schnell wie die an ihnen vorbeihuschen, können Sie doch gar nicht losgehen. Hat bislang fast immer geklappt.

Verlassen Sie sich auf gar keinen Fall auf ihren Vortritt. V.a. abbiegenden Autofahrern ist es bei eintretender Dunkelheit, also ab 15 Uhr, nicht mehr zuzumuten, auf Fussgänger/Velos zu achten. Und Kinder sind eh zu klein, als dass man sie sehen könnte. Bei Nacht/dem Sauwetter kann man eh nicht so gut sehen und schliesslich sind Gescheite im Auto oder ÖV unterwegs. Velofahrer können sich merken: Wenn die Autofahrer es nicht eiliger hätten, würden sie ja selber Velo fahren.

Wenn Sie mit Kindergärtlern an einen Fussgängerübergang gelangen: Kommen Sie bloss nicht auf die Idee, zu warten bis ein Auto tatsächlich anhält. Auch wenn das den Kindern von Polizei und Verkehrsinstruktoren so beigebracht worden ist. Huschen Sie lieber mit den Kindern zwischen den Autos durch, sie sollten dankbar sein, unbeschadet die andere Strassenseite zu erreichen.
Bringen Sie ihren Kindern möglichst schonend bei, dass das Warten auf anhaltende Autos dem mut-/böswilligen Behindern des Verkehrs gleichkommt.

Wenn die Kinder Ihnen weissmachen wollen, dass die Polizei erst vor kurzem nochmals zu ihnen in den Kindergarten kam und ihnen diese Regeln erneut ans Herz gelgegt hätten: glauben Sie ihnen nicht. Zweifel sind hier erst angebracht, wenn die Nachschulung der Kinder aufgrund von Beschwerden von Autofahrern erfolgte. Dann könnte da was dran sein. Allerdings wissen Autofahrer nicht, was die Polizei den Kindern erzählt.

Selbst wenn die Nachschulung tatsächlich erfolgte, erwarten Sie nicht, dass die Polizei sich auch vor Ort um die Einhaltung der Regeln kümmert. Schliesslich sind die i.d.R. selber auch nur im Auto unterwegs, ob im Dienst oder Privat. Schliesslich hat man einen längeren Arbeitsweg: In so einer gefährlichen Gegend will man doch nicht wohnen, geschweige denn seine Kinder grossziehen.

Geschwindigkeit:
Schärfen sie ihr Auge und versuchen sie die Geschwindigkeit der herannahenden Fahrzeuge abzuschätzen. Sie sind oft schneller als man denkt. Erwarten Sie auf keinen Fall, dass sich jemand an die Höchstgeschwindigkeit hält. V.a. in 20er/30er Zonen könnten die Autofahrer sonst ja gleich zu Fuss gehen.
Kontrollen oder gar Bussen müssen die Autofahrer nicht fürchten; eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. Ausserdem passieren Unfälle eher selten. Nicht zuletzt, weil die lansameren Verkehrsteilnehmer gut erzogen sind und erst gar nicht von der Einhaltung der Regeln ausgehen. Verlassen Sie sich als langsam Verkehrender doch einfach darauf, dass der Schnelle alles im Blick und Griff hat. Denken sie einfach an Hundehalter, die haben ihre kleinen Hauer auch stets im Griff.

Noch ein Tipp: In der Nähe von Autobahnabfahrten und Schnellstrassen dürfen sie weder erwarten, dass der Autolenker so schnell wieder auf Tempo 50 oder 30 runterkommt, noch dass er überhaupt mit Wesen rechnet, die mit unter 70 km/h unterwegs sind. Zudem sollten Sie Verständnis zeigen, wenn die motorisierten Verkehrsteilnehmer nach einem Stau o.ä. zwängenden Umständen auch mal richtig auf die Tube drücken wollen.

Mehr davon:
P.S. Der VCS lanciert heute eine Kampagne zum Thema. Kam aber erst nach dem Posting rein.

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